March 1, 2021

Solide Kundgebung und erfolgreicher Kampagnenstart zur Enteignung von Deutsche Wohnen, Akelius & Co
Neat manifestation and successful kick-off for the expropriation of Deutsche Wohnen, Akelius & Co.

[see below for the english translation

Am Sonntag hat sie stattgefunden, unsere kleine aber feine Kundgebung vor der Reichenberger Straße 114 in Kreuzberg. Unter dem Motto "Wohnraum ist keine Ware" demonstrierten insgesamt 150 Menschen gegen die Verdrängung von einkommensschwachen Mieter*innen und die Machenschaften der Immobilienbranche. 

Die Kundgebung bildete zugleich einen erfolgreichen Auftakt zur Unterschriftensammlung für die Enteignung von Deutsche Wohnen, Akelius & Co. So gut wie alle Passant*innen kannten die Kampagne bereits und wollten sofort unterschreiben.

In den nächsten vier Monaten könnt ihr euch jeweils Samstag zwischen 13-16 Uhr vor der Reichenberger Str. 114 über die Kampagne informieren und die Petition unterschreiben. Gemeinsam schaffen wir das Ziel von 170.000 gültigen Unterschriften!


It was a small but nice happening, our rally on Saturday in front of Reichenberger Strasse 114 in Berlin-Kreuzberg. Under the motto "Housing is not a commodity", a total of 150 people protested against the expulsion of low-income tenants and the machinations of the real estate industry.

At the same time, the rally marked a successful kick-off to the collection of signatures for the expropriation of Deutsche Wohnen, Akelius & Co. Almost all passerbys already knew the campaign and signed immediately.

For the next four months you can find out more about the campaign and sign the petition on Saturdays between 1pm and 4pm in front of Reichenberger Str. 114. Together we will achieve the goal of 170,000 valid signatures!

For further information, see the speech of the Akelius tenants association (in English).


February 22, 2021

Spekulationsobjekt vs. selbstorganisierter Freiraum: Eine kleine Chronik der Reiche 114
Speculative Capitalism vs. Self-Organized Open Spaces: A Brief Chronicle of Reichenberger 114

1990 kaufte der Filmproduzent und Unternehmer Artur Brauner die Reichenberger Straße 114. Zahlreiche Wohnungen wurden besetzt, und das Frauenkollektiv erkämpfte gute Bedingungen für alle Bewohner*innen bei der öffentlich geförderten Moder­nisierung der vorderen Gebäudeteile ab 1992 – und auch für die Bewohner*innen des Fabrik­gebäudes. Das Fabrikgebäude wurde allerdings weder modernisiert, noch instandgehalten, sondern durch Eigeninitiative vor dem Verfall ge­rettet. 

Mit diesen erfolgreichen Kämpfen schufen die Bewohner*innen die Vorausset­zungen dafür, dass das Haus bis heute An­laufstelle und Zufluchtsort ist für Menschen, die aus verschie­densten Gründen struktureller Dis­kriminierung ausgesetzt sind, ins­besondere für Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben und / oder aus an­deren Län­dern hierher geflüchtet sind. Viele der Bewohner*innen sind in der FLINT*-Szene verwurzelt. Diesen Frei­raum wollen wir erhalten für unkonvention­elle, basisdemokrati­sche, selbst­organisierte Lebensformen. 

Artur Brauner verkaufte das Haus 2010 an die Firma TuAr. Die­se verkaufte 2011 weiter an Akershus, einem Teil von Henrik Ulvens Immobilenkonsortium. Doch auch für Ulven waren die Mieter*innen der Reiche 114 zu gut organi­siert. Um weiteren Stress zu vermeiden, verkaufte er 2014 an Berlin Aspire.

Doch auch die bissen sich die Zähne an den renitenten Mieter*innen aus und ver­kauften 2018 an Akeli­us – für Berlin Aspire allerdings zu spät: Eine umfangreiche Recherche deckte die Betrü­gereien von Berlin Aspire auf und läutete das Ende des Unternehmens ein.

Seit 2010 waren es also vier Verkäufe – und dabei eine rein spekulative Preis­steigerung um etwa 500 Prozent. Nichts wurde in das Haus investiert. Oft mussten Mieter*in­nen vor Gericht ziehen, damit die Besitzer*innen auch nur die notwendigsten Reparaturen durchführten.

Wir Bewohner*innen wehrten und wehren uns auf allen Ebenen: Mit vielfälti­gen Mitteln leisten wir Widerstand dagegen, dass die Besitzer ihr Kommerz- und Profit-Konzept reibungslos durchziehen. Im Haus, auf der Straße, im Büro der Besitzer*innen, vor Gericht und an vielen anderen Orten.

Unser Ziel: Selbstorganisierung und freie Entfaltung für alle Menschen - unabhängig von ihrer Finanzstärke - anstatt Kommerzialisierung der öffentli­chen und privaten Räume.

Unterstützt uns! Kommt zur Kundgebung am Samstag, 27. Februar, ab 14 Uhr vor der Reichenberger Str. 114!




 

Kundgebung vor der Reiche 114 am 27.02.
Protest at Reichenberger 114 on Feb 27

Die Mieter*innen und Unterstützer*innen der Reiche 114 rufen zu einer Kundgebung auf. Kommt alle!

Wann? Am Samstag, 27. Februar, von 14 bis 16 Uhr  
Wo? Vor der Reichenberger Straße 114 in Berlin-Kreuzberg
Das Motto? Wohnraum ist keine Ware! Immobilienspekulation stoppen!

Mit lauter Musik und Redebeiträgen u.a. von und zu:

  • Reichenberger Str. 114: Spekulationsobjekt im Besitz von Akelius
  • Vernetzung-Akelius-Mieter*innen: mit Infos zum Mietendeckel und Widerstand gegen Akelius
  • E3K (Eigenbedarf kennt keine Kündigung): AG gegen Eigenbedarfskündigung
  • Problem Privatvermieter: Mieterhöhung, Kündigung, Zwangsräumung in der Reichenberger 73 und vielen anderen Häusern
  • Deutsche Wohnen & Co. enteignen! (angefragt)
  • Bündnis gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn (angefragt)
  • Çansel Kisiltepe (MdB) zu ihrer Anzeige gegen Akelius wegen vermutlich illegalen Share Deals (angefragt).

Und schon einmal vormerken: In Zukunft jeden Samstag von 13 bis 16 Uhr Informationen und Unterschriftenlisten zur Kampagne Deutsche Wohnen, Akelius & Co. enteignen!

 


 

February 4, 2021

Recherche: AKELIUS-Steuertrick bei Kauf der Reichenberger 114 illegal!
Investigation: AKELIUS' tax trick when buying Reichenberger 114 illegal!

[see below for the english translation

Bei Share Deals wechselt nicht eine Immobilie den Besitzer, sondern Anteile an einer Gesellschaft, der diese gehört. Im Falle der Reichenberger Straße 114 heißt diese Gesellschaft A.R.O. 40 GmbH. 

Werden weniger als 95 Prozent der Anteile weitergereicht, werden keine Grunderwerbssteuer fällig und das kommunale Vorkaufsrecht umgangen. AKELIUS GmbH Berlin hat daher nur 94,9 Prozent der Anteile der A.R.O. 40 GmbH erworben, die übrigen 5,1 Prozent hält eine Firma namens Torpet Sweden ltd. mit Sitz in Zypern. 

Nun hat die AKELIUS-Mieter*innenvernetzung recherchiert, dass auch Torpet Sweden anteilig zum AKELIUS-Firmengeflecht gehört. In diesem Fall wären die Machenschaften von AKELIUS ein Fall für die Steuerfahndung!

Graphik: AKELIUS-Mieter*innenvernetzung
 

In einem ähnlich gelagerten Fall hat die Bundestagsabgeordnete Cansel Kisiltepe AKELIUS im September 2020 angezeigt. Immerhin der Staatssekretär im Finanzministerium, Wolfgang Schmidt, hat die Rechercheergebnisse der AKELIUS-Mieter*innenvernetzung prompt aufgegriffen (die politische Verantwortung aber dem Koalitionspartner zugeschoben). 

Weitere Details gibt es hier. Wir danken der AKELIUS-Mieter*innenvernetzung für die gute Arbeit und sind gespannt auf weitere Enthüllungen - und fordern, dass die Politik den Machenschaften von AKELIUS und Konsorten einen Riegel vorschiebt!

Under the current rules for share deals, real estate transfer tax is avoided if an investor acquires less than 95 percent of a company owning German real estate. AKELIUS GmbH Berlin therefore only acquired 94.9 percent of A.R.O. 40 GmbH, the company owning Reichenberger Straße 114. The remaining 5.1 percent is held by some Torpet Sweden Ltd. from Cyprus. 

You might find it unpleasant, but it is legal. However, the AKELIUS tenants network has discovered Torpet Sweden actually is part of the widespread AKELIUS company as well! In this case, the AKELIUS' acitivities would be a case for tax investigators. 

In a similar case in Berlin-Neukölln, MP Cansel Kisiltepe reported AKELIUS in September 2020 to the authorities. No other than the State Secretary in the Federal Ministry of Finance has already taken up the news. 

For further information see here. Good job, AKELIUS tenants network. We are looking forward to further insights and urge the authorities to act!