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June 23, 2021

Bericht zur Kundgebung am 20. Juni: Kampagnen-Endspurt für die Enteignung von Akelius, Deutsche Wohnen & Co!
Report on the June 20 manifestation: a successful campaign finish to expropiate Akelius, Deutsche Wohnen and alike!

Am Sonntag (20.06.21) haben mehrere hundert Menschen vor den beiden Akelius-Häusern Reichenberger Str. 114 und 72a gegen Akelius und gegen die Spekulation mit Wohnraum im allgemeinen demonstriert. Niemand mag Akelius, niemand will Akelius und niemand findet sich einfach so mit Akelius ab - never! 

Sonne satt, gute Musik, interessante Redebeiträge und super Stimmung machten diese Musik-Kundgebung zu einem sehr heißen Sommervergnügen. Die Nachricht an Akelius und alle Spekulanten war klar und laut: Wir akzeptieren nicht, dass mit unseren Häusern und Wohnungen spekuliert wird, denn Wohnraum ist keine Ware! 

Viel Spaß mit unserer kleinen Galerie.

 

 


 







June 14, 2021

Kundgebung am 20. Juni: Heraus zum Kampagnen-Endspurt für die Enteignung von Akelius, Deutsche Wohnen & Co!
Manifestation on June 20: for a successful campaign finish to expropiate Akelius, Deutsche Wohnen and alike!

Soli-Kundgebung zum Ende der Unterschriftensammlung der Kampagne "Deutsche Wohnen und Co. enteignen" und zur Unterstützung bedrohter linker (Haus-)Projekte & Wagenplätze. 

Die Kundgebung setzt sich für erschwinglichen Wohnraum für Alle ein und richtet sich gegen die Profitgier von Investmentfirmen wie Deutsche Wohnen, Akelius & Co. sowie gegen die Räumung und Kriminalisierung linker Wohnprojekte und Freiräume. Es wird Beiträge zu mietenpolitischen Themen und Livemusik geben.

Heraus zum Kampagnen-Endspurt! Wohnraum ist keine Ware!  

For a successful expropriation campaign finish. Housing is no commodity!

 


 

March 1, 2021

Solide Kundgebung und erfolgreicher Kampagnenstart zur Enteignung von Deutsche Wohnen, Akelius & Co
Neat manifestation and successful kick-off for the expropriation of Deutsche Wohnen, Akelius & Co.

[see below for the english translation

Am Sonntag hat sie stattgefunden, unsere kleine aber feine Kundgebung vor der Reichenberger Straße 114 in Kreuzberg. Unter dem Motto "Wohnraum ist keine Ware" demonstrierten insgesamt 150 Menschen gegen die Verdrängung von einkommensschwachen Mieter*innen und die Machenschaften der Immobilienbranche. 

Die Kundgebung bildete zugleich einen erfolgreichen Auftakt zur Unterschriftensammlung für die Enteignung von Deutsche Wohnen, Akelius & Co. So gut wie alle Passant*innen kannten die Kampagne bereits und wollten sofort unterschreiben.

In den nächsten vier Monaten könnt ihr euch jeweils Samstag zwischen 13-16 Uhr vor der Reichenberger Str. 114 über die Kampagne informieren und die Petition unterschreiben. Gemeinsam schaffen wir das Ziel von 170.000 gültigen Unterschriften!


It was a small but nice happening, our rally on Saturday in front of Reichenberger Strasse 114 in Berlin-Kreuzberg. Under the motto "Housing is not a commodity", a total of 150 people protested against the expulsion of low-income tenants and the machinations of the real estate industry.

At the same time, the rally marked a successful kick-off to the collection of signatures for the expropriation of Deutsche Wohnen, Akelius & Co. Almost all passerbys already knew the campaign and signed immediately.

For the next four months you can find out more about the campaign and sign the petition on Saturdays between 1pm and 4pm in front of Reichenberger Str. 114. Together we will achieve the goal of 170,000 valid signatures!

For further information, see the speech of the Akelius tenants association (in English).


February 22, 2021

Spekulationsobjekt vs. selbstorganisierter Freiraum: Eine kleine Chronik der Reiche 114
Speculative Capitalism vs. Self-Organized Open Spaces: A Brief Chronicle of Reichenberger 114

1990 kaufte der Filmproduzent und Unternehmer Artur Brauner die Reichenberger Straße 114. Zahlreiche Wohnungen wurden besetzt, und das Frauenkollektiv erkämpfte gute Bedingungen für alle Bewohner*innen bei der öffentlich geförderten Moder­nisierung der vorderen Gebäudeteile ab 1992 – und auch für die Bewohner*innen des Fabrik­gebäudes. Das Fabrikgebäude wurde allerdings weder modernisiert, noch instandgehalten, sondern durch Eigeninitiative vor dem Verfall ge­rettet. 

Mit diesen erfolgreichen Kämpfen schufen die Bewohner*innen die Vorausset­zungen dafür, dass das Haus bis heute An­laufstelle und Zufluchtsort ist für Menschen, die aus verschie­densten Gründen struktureller Dis­kriminierung ausgesetzt sind, ins­besondere für Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben und / oder aus an­deren Län­dern hierher geflüchtet sind. Viele der Bewohner*innen sind in der FLINT*-Szene verwurzelt. Diesen Frei­raum wollen wir erhalten für unkonvention­elle, basisdemokrati­sche, selbst­organisierte Lebensformen. 

Artur Brauner verkaufte das Haus 2010 an die Firma TuAr. Die­se verkaufte 2011 weiter an Akershus, einem Teil von Henrik Ulvens Immobilenkonsortium. Doch auch für Ulven waren die Mieter*innen der Reiche 114 zu gut organi­siert. Um weiteren Stress zu vermeiden, verkaufte er 2014 an Berlin Aspire.

Doch auch die bissen sich die Zähne an den renitenten Mieter*innen aus und ver­kauften 2018 an Akeli­us – für Berlin Aspire allerdings zu spät: Eine umfangreiche Recherche deckte die Betrü­gereien von Berlin Aspire auf und läutete das Ende des Unternehmens ein.

Seit 2010 waren es also vier Verkäufe – und dabei eine rein spekulative Preis­steigerung um etwa 500 Prozent. Nichts wurde in das Haus investiert. Oft mussten Mieter*in­nen vor Gericht ziehen, damit die Besitzer*innen auch nur die notwendigsten Reparaturen durchführten.

Wir Bewohner*innen wehrten und wehren uns auf allen Ebenen: Mit vielfälti­gen Mitteln leisten wir Widerstand dagegen, dass die Besitzer ihr Kommerz- und Profit-Konzept reibungslos durchziehen. Im Haus, auf der Straße, im Büro der Besitzer*innen, vor Gericht und an vielen anderen Orten.

Unser Ziel: Selbstorganisierung und freie Entfaltung für alle Menschen - unabhängig von ihrer Finanzstärke - anstatt Kommerzialisierung der öffentli­chen und privaten Räume.

Unterstützt uns! Kommt zur Kundgebung am Samstag, 27. Februar, ab 14 Uhr vor der Reichenberger Str. 114!




 

Kundgebung vor der Reiche 114 am 27.02.
Protest at Reichenberger 114 on Feb 27

Die Mieter*innen und Unterstützer*innen der Reiche 114 rufen zu einer Kundgebung auf. Kommt alle!

Wann? Am Samstag, 27. Februar, von 14 bis 16 Uhr  
Wo? Vor der Reichenberger Straße 114 in Berlin-Kreuzberg
Das Motto? Wohnraum ist keine Ware! Immobilienspekulation stoppen!

Mit lauter Musik und Redebeiträgen u.a. von und zu:

  • Reichenberger Str. 114: Spekulationsobjekt im Besitz von Akelius
  • Vernetzung-Akelius-Mieter*innen: mit Infos zum Mietendeckel und Widerstand gegen Akelius
  • E3K (Eigenbedarf kennt keine Kündigung): AG gegen Eigenbedarfskündigung
  • Problem Privatvermieter: Mieterhöhung, Kündigung, Zwangsräumung in der Reichenberger 73 und vielen anderen Häusern
  • Deutsche Wohnen & Co. enteignen! (angefragt)
  • Bündnis gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn (angefragt)
  • Çansel Kisiltepe (MdB) zu ihrer Anzeige gegen Akelius wegen vermutlich illegalen Share Deals (angefragt).

Und schon einmal vormerken: In Zukunft jeden Samstag von 13 bis 16 Uhr Informationen und Unterschriftenlisten zur Kampagne Deutsche Wohnen, Akelius & Co. enteignen!

 


 

September 11, 2018

Herbst der Besetzungen: fuck off google!
autumn of squatting activism: fuck off google!

Der „Herbst der Besetzungen“ hat begonnen - und die Mieter_innen der Reichenberger 114 zeigen sich solidarisch.

70 Aktivist_innen besetzten das Umspannwerk Kreuzberg, das zukünftige „Google Campus“, am Samstag folgte die Besetzung leer stehender Wohnungen in der Großbeerenstraße 17a (Bericht TAZ). "Wir haben heute das Umspannwerk in Kreuzberg besetzt, um den dort geplanten Google Campus zu verhindern, damit gegen die explodierenden Mieten vorzugehen und den Ort für etwas Besseres zu öffnen", heißt es dazu in einer Erklärung der Besetzer_innen. "Der Google Campus soll ein Magnet für nervige Jungunternehmer werden, von deren IT-Klitschen (»Start-Ups«) sich Google neue Ideen für das Konzerngeschäft verspricht." Weitere Infos auf fuckoffgoogle.de.

The autumn of squatters has began - and the tenants of Reichenberger 114 show solidarity. For more information in English see here.

July 2, 2018

"Betongold" gegen AKELIUS in Hamburg
Video: 'Concrete Gold' action against AKELIUS in Hamburg

Hier noch ein Video von der schönen Aktion "Betongold" gegen AKELIUS, die im Vorfeld des "MIETENmove!" Anfang Juni vom Netzwerk "Recht auf Stadt Hamburg" organisiert wurde. Der Mietenwahnsinn nimmt in Hamburg immer dramatischere Ausmaße an - und AKELIUS ist auch an der Elbe vorne mit dabei. Die Senatspolitik ist gescheitert, die von der Bundesregierung 2015 beschlossene "Mietpreisbremse" weitgehend wirkungslos.



June 17, 2018

Demonstration vor AKELIUS-Zentrale
June 2: Protests in front of AKELIUS headquarters

Nachtrag: Am 2. Juni haben in Solidarität mit dem "Mietenmove" in Hamburg 100 Personen vor der AKELIUS-Zentrale in Berlin demonstriert. Dazu gab es folgende Pressemitteilung.

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[3.6.18] PM der Akelius-Mieter*innen-Vernetzung Berlin Berlin solidarisch mit Hamburg!

Protest vor der Akelius-Zentrale in Berlin am 2. Juni 2018 Gestern protestierten 80 bis 100 Akelius-Mieter*innen und Unterstützer*innen vor der Akelius-Zentrale in Kreuzberg aus Solidarität mit dem MIETENmove! in Hamburg. Auf Schildern und Transparenten prangerten die Protestierenden die Geschäftspraxis von Akelius an.

Zu lesen war:

Akelius: 37,- / m² – Spinnt ihr?!
Lebst du noch? - oder wohnst Du bei Akelius?
„Mieter*innen? Auspressen!“ Ekelius
Friede den Hütten – Krieg den Palästen
# Mietenwahnsinn stoppen! Berlin solidarisch mit Hamburg
Wohnraum muss bezahlbar bleiben

Ehemalige, durch einen Hauskauf neu übernommene sowie aktuell von Akelius verklagte Mieter*innen kamen miteinander ins Gespräch und tauschten ihre Erfahrungen aus. Die Kundgebung schlug einen großen Bogen der Solidarität zwischen den Mieter*innen der Deutschen Wohnen und den von Akelius sowie den von anderen Vermietern. Ebenso erklärten sich Akelius-Mieter*innen aus Berlin, Hamburg und Brooklyn / New York solidarisch zueinander.

Die Polizei war mit mehreren Mannschaftswagen und Hunden vor Ort, und – anders als sonst – waren die Rollos der Akelius-Zentrale in den beiden ersten Geschossen heruntergelassen.

Wir fragen uns:
- wie sich Akelius in seiner Selbstdarstellung als erstklassiger Dienstleister seiner Mieter*innen definieren kann und gleichzeitig solche Angst vor eben diesen Mieter*innen hat.
- warum Akelius Leerstand mit Metallplatten und 24 h Security sichert – wie in der Reichenberger Straße 114, anstatt leer stehende Wohnungen und Gewerbeflächen zur ortsüblichen Miete anzubieten. - warum die Politik dem Treiben von Akelius keine Grenzen setzt und stattdessen die Polizei zum Schutz dieser Spekulanten einsetzt.

Zu "Berlin solidarisch mit Hamburg!" stehen die Redebeiträge, Solidaritätsnoten, ein Bericht über die Kundgebung und Erfahrungsberichte von Akelius-Mieter*innen gesammelt hier.

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Der RBB berichtete in der Abendschau. Hier ein Bericht zu den Protesten in Hamburg aus dem Hamburger Abendblatt.








April 22, 2018

Video: 25 000 gegen AKELIUS & Konsorten
Video: 25,000 against AKELIUS and alike

Als kleiner Nachschlag: Auch nach anfänglichem Dauerregen, fast drei Stunden Marsch und 5 Kilometern Strecke bot die Mietenwahnsinn-Demonstration am 14. April noch einen sehr imposanten Anblick. Den Zeitraffer wollen wir euch und unseren Widersachern - allen voran AKELIUS - nicht vorenthalten.

April 15, 2018

25 000 protestieren gegen Mietenwahnsinn und AKELIUS
25,000 protest rising rents and AKELIUS



Die Demonstration am gestrigen Samstag war ein großer Erfolg der Berliner Mieter_innen. Nach Schätzung der Veranstalter_innen sind rund 25.000 Personen dem Aufruf zum WIDERSETZEN gefolgt - trotz des anfänglichen Regenwetters.

Das ist ein starkes Signal der Solidarität und gegen die Vereinzelung. Über 220 Initiativen und Organisationen haben durch die Unterstützung der Demonstration ein überwältigendes Zeichen des Aufbruchs gesetzt.

Auch das Bündnis gegen Akelius, darunter die Mieter_innen der Reichenberger 114, beteiligte sich. Das war ein vielversprechender Auftakt. Leidgeplagte Akelius-Mieter_innen, vernetzt euch hier!

 




 Hier gibt es Presseberichte etwa des Neuen Deutschlands und der Berliner Zeitung.





May 5, 2017

Reichenberger 114 beteiligt sich an 1. Mai-Protesten | Reichenberger 114 joins Mayday protests


Zum 1. Mai haben sich in Berlin weit über 30 000 Menschen an den Protesten gegen soziale Ausgrenzung und Rassismus beteiligt. Zentrum der Proteste war der Stadtteil Kreuzberg, wo allein an der "Revolutionären 1. Mai-Demonstration" 15 000 Personen teilnahmen.

Die Demonstration, die von den Mieter_innen der Reichenberger Straße 114 mit Transparenten gegrüßt wurde, richtete sich u.a. gegen steigende Mieten und die Verdrängung aus den Kiezen.

Wie nötig Widerstand ist, zeigte sich in der Reichenberger Straße 114 schon ein paar Tage später. Nachdem einige ihrer Lakaien die politischen Graffiti beseitigt hatten, traf sich die ASPIRE-Mafia im Hof, um ihre Machenschaften zu besprechen. Achtung Risikokapital - Wir bleiben alle!

On Mayday, more than 30,000 people participated in the protests in Berlin against social exclusion and racism. The center of the protests was the district of Kreuzberg, where 15,000 people joined the "Revolutionary Mayday demonstration".

The protestors - who were greeted from the tenants of Reichenberger Strasse 114 by banners - chanted slogans against rising rents and gentrification.


How urgent resistance is, became obvious just a few days later. After some of their lackeys had removed the political graffiti, the ASPIRE mafia met in the courtyard to discuss their wheeling and dealing. BERLIN ASPIRE F*** OFF - WE WILL STAY!




October 8, 2014

Rückblick: Videokundgebung gegen Verdrängung | Review: Video demonstration against expulsion

Über 100 Nachbar_innen kamen bei der Videokundgebung am 2. Oktober vor der Reichenberger Strasse 114 zusammen und tauschten ihre Informationen, Sorgen und Erfahrungen aus. Hunderte Passant_innen nahmen Flyer mit, die über den aktuellen Stand im Kiez informieren. Gezeigt wurden Clips zur Zwangsräumung in der Reichenberger Str. 73 im März 2014 und der Dokumentarfilm "Mietrebellen".

About 100 neighbors gathered on October 2 at the video demonstration in front of Reichenberger 114 and shared their information, concerns and experiences regarding gentrification and expulsion. Hundreds of pedestrians took interest in flyer informing on the current status in the neighborhood. Video clips on the forced eviction in the Reichenberger Str. 73 in March 2014 and the documentary "Mietrebellen" were shown.

Wir dokumentieren hier den Redebeitrag zur Videokundgebung gegen Verdrängung am 2. Oktober 2014:
 
"Am Abschnitt Reichenberger Straße zwischen Forster und Liegnitzer Straße lassen sich exemplarisch drei Verdrängungspraktiken thematisieren, die vielen Menschen hier im Kiez und stadtweit massive Probleme bereiten:

1. Aggressiver Austausch langjähriger Mieter_innen durch zahlungskräftige Neumieter_innen

Das Haus Reichenberger Str. 73 gehört der Familie Brenning. Ernst Brenning, CDU-Politiker, Alter Herr einer Burschenschaft und Notar betreibt seit Jahren den Rausschmiss seiner langjährigen Mieterschaft. Auf die Spitze trieb er es mit der Zwangsräumung einer fünfköpfigen Familie aus der Wohnung im Vorderhaus rechts 1. Stock, direkt über der Pizzeria, am 27. März diesen Jahres.

Brenning klagte über Jahre hinweg gegen diese Familie mit immer wieder neuen fadenscheinige Beschuldigungen. Er verlor. Aber er klagte weiter bis er irgendwann auf eine Richterin stieß, die ihm eine an den Haaren herbeigezogene Schutzgelderpressung durchgehen ließ. Die Pizzeriabetreiberin, eine ehemalige Hauswartsfrau der Brennings, arbeitete ihm dabei naiv oder mutwillig zu und trug so letztlich mit zur Räumung bei.

Obwohl der Prozess um die Kündigung der Wohnung noch nicht abgeschlossen ist, konnte Brenning die Familie räumen lassen. Bei der Räumung solidarisierten sich viele Nachbar_innen mit der Familie und bildeten eine Blockade am Hauseingang. Doch Brenning beantwortete die Solidarität der Nachbar_innen mit einem brutalen Polizeieinsatz. Nach der Räumung und bei der Demo zwei Tage später nahm die Polizei bis zu 15 Menschen fest. Der erste Repressionsprozess gegen Eine der Festgenommenen hat inzwischen begonnen, wurde aber auf Mitte Oktober vertagt, weil der geladene Zeuge – ein Polizist – nicht erschienen war. Dass ihn nun eine Geldstrafe von 150 € oder 3 Tagen Knast erwarten, ist nur ein geringer Trost, denn die Anschuldigung wegen Beleidigung ist noch nicht vom Tisch. Die Anklage wegen Widerstands wurde dagegen bereits fallengelassen. Wir fordern, dass auch alle anderen Anklagen fallengelassen werden und keine Zwangsräumungen mehr durchgeführt werden!

Der Berufungsprozess der zwangsgeräumten Familie ist nach wie vor offen. D. h. bis heute ist noch nicht geklärt, ob die Familie überhaupt hätte ausziehen müssen. Dass das Landgericht die Berufung angenommen hat, zeigt zumindest deutliche Zweifel, dass das Räumungsurteil des Amtsgerichts rechtsgültig ist. Die Berufung wird am 3. Dezember um 10:45 Uhr am Landgericht, in der Littenstraße 12-17 in Mitte, 3. Stock, Raum 3807 verhandelt. Doch Brenning hat sein Ziel schon jetzt erreicht: die Wohnung ist für die Familie verloren und er konnte sie teurer neu vermieten.

Und genau das ist Brennings Masche: Mieter_innen mit allen Mitteln raus klagen und raus ekeln und die Wohnungen dann teurer neu vermieten. Eine Wohnung im Dachgeschoss des Hinterhauses wurde vor einigen Jahren auf Eigenbedarf gekündigt. Eine kinderreiche Familie musste ausziehen. Vor kurzem wurde diese Wohnung auf Immonet zum Preis von fast 2.000,- € Miete monatlich angeboten. Luxusmodernisiert mit Parkett, zwei Bädern mit Schiefer und Marmor ausgestattet, Tropical Rain – Wellness Dusche und Bidet. Und das ganze in einer angeblich netten Hausgemeinschaft im reizvollen Reichenberger-Kiez. Bevor Brenning seine aggressive Entmietung betrieb, war die Hausgemeinschaft tatsächlich nett. Es ist mehr als schäbig, dass Brenning seine langjährigen Mieter_innen drei Mal verheizt: erst zockt er sie ab, dann schmeißt er sie raus und dann vermarktet er sie noch als wertsteigernde Etikette. Schäm dich Brenning!

Wir fordern alle Wohnungssuchenden auf sich zu informieren, wie die Wohnungen frei geworden sind, in die sie einziehen wollen! Hier im Kiez wollte bis vor kurzem niemand wohnen, der Wert auf eine vorzeigbare Wohnadresse legte. Jetzt werden immer wieder Mieter_innen durch Zwangsräumungen oder andere Schikanen aus ihren Wohnungen gedrängt, weil dieser Kiez inzwischen angesagt ist und die Eigentümer wesentlich höhere Mieten bei Neuverträgen verlangen können. Jedem Neumieter sollte bewusst sein: Eine Wohnung hier ist selten einfach so zufällig leer! Oft wurden die langjährigen Mieter_innen aggressiv aus ihnen verdrängt! Wie soll eine angenehme Nachbarschaft unter diesen Voraussetzungen möglich sein?

2. Vertreibung des langjährigen Kleingewerbes

Der Edeka an der Ecke Reichenberger/Forsterstraße wird zum 25. Oktober schließen. Die Filiale wird aufgelöst, denn der Gewerbemietvertrag wurde nicht verlängert und der Betreiber konnte im näheren Umfeld keine bezahlbaren neuen Räume finden. Die Vermieter-Eigentümer planen die Räume in drei separate Einheiten aufzuteilen und einzeln neu zu vermieten. Dabei ist dieser Edeka seit Jahrzehnten die tägliche Einkaufsadresse für mehrere tausend Anwohner_innen. Nun muss er schließen. Ein Stück Kiez geht mit ihm verloren und alte, in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen müssen länger Wege und ein anonymes Supermarkteinkaufen auf sich nehmen.

Doch der Edeka ist kein Einzelfall. Ein paar Ecken weiter an der Reichenberger/Lausitzerstraße hat erst vor kurzem ein Kiosk und Späti geschlossen. Neuvermietet wurden die Räume an eine Bürogemeinschaft. Und auch von Kiosken hier wissen wir, dass sie Mieterhöhungen von 1000,- Euro bekommen haben.

Uns macht es wütend, dabei zugucken zu müssen, wie unsere Versorgungs-Infrastruktur zusammen bricht, weil Eigentümer den Hals nicht voll genug kriegen können. Wir fordern eine Zweckentfremdungsverordnung auch für Gewerbe! Denn wir brauchen hier Kitas und Lebensmittelläden und keine weiteren Galerien, Cafés, Pizzerien und Bürogemeinschaften!

3. Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen

Ein weiteres Problem ist die massenhafte Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen. Immer mehr Häuser werden von Spekulanten aufgekauft, entmietet, modernisiert, in Eigentumswohnungen umgewandelt und gewinnbringend weiterverkauft. Aktuell trifft es die Reichenberger Straße 114, die durch Berlin Aspire Real Estate in Eigentumswohnungen umgewandelt und als Kapitalanlage vermarktet werden soll. Aber die Mieter_innen wollen das nicht! Sie wohnen dort schon seit Jahrzehnten in einer intakten und solidarischen Nachbarschaft. Das Haus wurde Mitte der '90 mit öffentlichen Mitteln saniert. 80% der Kosten wurden als Fördergelder vom Senat zugeschossen. Der Eigentümer bekam quasi eine Wertsteigerung seines privaten Eigentums auf dem Silbertablett serviert. Ursprünglich waren an diese Fördergelder Auflagen gebunden, wie WBS-Belegungsbindung, 20 Jahre Mietpreisbindung und eigentlich auch eine dauerhafte Anrechnung der Fördergelder auf die Miete nach BGB 558 Absatz 5. D. h. die Mieten in diesem Haus müssten aufgrund der umfangreichen Fördergelder eigentlich immer unterhalb des Mietspiegels liegen. Aber wen kümmert's? Die Eigentümer umgehen hier und da die WBS-Bindung und die Gerichte hebeln mal eben Paragraphen aus. Eine dauerhafte Anrechnung der Fördergelder käme ja einer Enteignung gleich, so die Richter. Vergessen waren die hohen Summen, die die öffentliche Hand den privaten Eigentümern schenkte um sie zur Sanierung und Modernisierung ihrer heruntergekommenen Häuser zu animieren. Der Stadtteil war so heruntergekommen, weil die Politik jahrelang eine verfehlte Wohnungsbaupolitik betrieben hatte. Wenn man sich die aktuellen Reden der Politiker anhört, ist offensichtlich: die Politik hat bis heute nichts dazugelernt.

Und weil das alles noch nicht schlimm genug ist, lügt die SPD, wo sie nur kann. Während Bausenator Michael Müller in der Presse lamentiert, dass Berlin dringend eine Umwandlungsverordnung braucht, aber leider der Koalitionspartner CDU blockiert, fegt Iris Sprangen, Sprecherin der SPD, das Thema Umwandlungsverordnung von der Tagesordnung des zuständigen Ausschusses im Abgeordnetenhaus. Dabei könnte die SPD mit den Stimmen der Opposition im Abgeordnetenhaus eine Umwandlungsverordnung beschließen. Aber die SPD will nicht! Denn die SPD vertritt genauso wenig wie die CDU die Interessen der normal bis gering Verdienenden in dieser Stadt. Uns bleibt deshalb nur ein Weg: unsere Interessen selbst in die Hand zu nehmen. Deshalb sind wir heute hier auf der Straße und fordern: Umwandlungsstopp jetzt sofort!"

September 19, 2014

Beiträge zu Gentrifizierung und Verdrängung | Media on gentrification and displacement

Einen empfehlenswerten Beitrag zur aktuellen Debatte um Mittel gegen Gentrifizierung und Verdrängung im Deutschlandradio findet ihr hier. Er geht - wie auch dieser Artikel in der Jungle World - auf die von der Reiche 114 unterstützte Demonstration am 6. September 2014 gegen BERLIN ASPIRE & Co. ein.